zurück

Der geniale Märchenonkel: J. R. R. Tolkien

Fantasy entstand offiziell erst im 20. Jahrhundert, und zwar dank eines Genies, das sich so sehr für Sprachen interessierte, dass es gerne welche erfand, und das seine Kinder so sehr liebte, dass er ihnen jede Nacht Geschichten erzählte, die er sich eigens für sie ausgedacht hatte.

Aus der Zusammenführung der sprachlichen und der erzählerischen Begabung speist sich J. R. R. Tolkiens Fähigkeit, ganze Parallelwelten zu erschaffen, die ohne direkten Bezug auf die Völker, Sprachen und Bräuche des Planeten Erde auskommen. Fast 50 Jahre lang beschrieb Tolkien seine Märchenwelt – die Mittelerde – so durchdacht und ausführlich, dass sie die Grenzen der Fiktion sprang. Er baute, beseelte und bevölkerte eine frei erfundene Wirklichkeit. Er gab ihren Völkern eigene Sprachen, Geschichten, Sagen und Mythen. Er begründete nicht nur ein neues Genre, sondern auch eine komplett neue Art und Weise, unsere eigene Welt – den Planeten Erde –zu verstehen. Seine Geschichten wurden für Millionen Leser zu wahren Begebenheiten, zu Referenzpunktendes eigenen Lebens.

Die Welt, die Tolkien schuf, hatte für ihn selbst einen ganz klaren Platz: zwischen zwei Buchrücken. Denn Fantasy war für ihn etwas, was man am besten den Worten überlässt, etwas, das nicht dargestellt, aber sehr wohl imaginiert werden kann. Und das lässt wiederum nur darüber fantasieren, was er von der cinematischen Ausschlachtung seiner Welt wohl gehalten hätte.

Von Sascha Maxim

zurück