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Die Zukunft herbeigooglen: Eric Emerson Schmidt

Alphabet Inc. beschäftigt sich mit Thermostaten, Glasfasernetzen, Verkehrsmanagement, Biotechnologie, Gentechnik und Investitionsmanagement. Ach ja, Google gehört denen auch. Also bastelt Alphabet auch an der Schnittstelle von Wissen und Werbung. Mit allem, was in der Aufzählung nicht genannt wird, beschäftigt sich wiederum die Tochterfirma „X“, vor kurzem noch „Google X“ genannt, also eine Firma, die nach dem Unbekannten googlet. Und niemand weiß, ob es gut oder schlecht ist, dass das „Deep Brain“ – ein X-Projekt über künstliche Intelligenz – noch zu den Unbekannten gehört.

Sehr bekannt allerdings sind X’ Motto „Der Preis, hinter dem wir her sind, ist so groß, dass Geld auf dem Weg dorthin keine Rolle spielt“ und ein Satz von Larry Page, einem der Google-Mitgründer: „Es gibt kaum Konkurrenz beim Erforschen technologischer Grenzen, weil niemand so verrückt ist, es zu versuchen.“ Da fragt man sich doch, ob sie es schaffen werden, ihre unbegrenzten Mittel mit einer gesunden Entdeckungsangst zu verbinden, und man kann nur hoffen, dass sie dabei „das Richtige tun” werden (seit 2016 lautet das Firmenmotto Alphabets „Do the right thing“). Die Hoffnung richtet man am besten an Eric Emerson Schmidt, „den einzigen Erwachsenen auf dem Kinderspielplatz Google“. Er ist der Mann, der das Unternehmen seit 2001 führt und aufbaut, der die Führung von IT-Unternehmen als „kontroll-iertes Chaos“ erfunden hat und heute bei Alphabet Inc. das Sagen hat. Darüber, was in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf uns zukommt, sagt Schmidt: selbstfahrende Autos, im 3D-Verfahren gedruckte Gebäude, imitiertes Fleisch, virtuelle Realität und maschinelles Lernen. Es fällt jedoch kein Wort über eine uns regierende künstliche Intelligenz. Und das ist auch gut so. Wäre ja sonst auch etwas zu viel auf einmal.

Also glauben wir ihm, dem Executive Chairman von Alphabet Inc. Etwas anderes bleibt uns ohnehin nicht übrig. Denn während unsere Körper immer noch das Sein in der Vergangenheit simulieren, leben unsere Gehirne längst in der Zukunft, in einer Google-Welt, die von Alphabet Inc. und Mr. Schmidt an ihrer Spitze regiert wird.

Von Sascha Maxim

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