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Wenn Kinder Gott spielen: Ole Kirk Christiansen

Um mit Lego eine Welt zu bauen, braucht der Mensch nicht sonderlich viel Verstand. Er kann sehr klein sein, sagen wir null, drei oder fünf, und kann mit den bunten Kunststoff-Klötzchen seinem Schaffenstrieb freien Lauf lassen und seiner unverbrauchten Fantasie im Klick-Verfahren Gestalt geben.

Doch es war ein langer Weg bis hierhin. Denn die Geschichte Legos ist die Geschichte davon, wie man ein unglückliches Schicksal in ein weltweit erfolgreiches Produkt verwandeln kann. Es ist die Geschichte von Ole Kirk Christiansen, eines vom Pech geplagten Tischlers aus Jutland. Ole wächst in Armut auf, wird Tischler, arbeitet sich ab, heiratet, kriegt vier Söhne. Zwei von ihnen setzen seine Werkstatt in Brand, er stellt sie wieder her, seine Frau stirbt (nicht im Feuer) und hinterlässt ihm vier hungrige Mäuler. Die Große Depression bringt ihn an den Rand der Existenz. Auf die Wirtschaftsflaute der Dreißiger Jahre reagierend, stellt Ole von feinen Möbeln auf die Herstellung praktischer Gegenstände wie Leitern, Bügelbretter oder Hockern um. Und kleine Holzspielzeuge. Trotz Depression werden sie zum Renner, und als Ole von der Existenz von Plastik erfährt, sind er und sein Sohn, der mittlerweile ins Business eingestiegen ist, nicht mehr weit davon entfernt, die Weltherrschaft des Weltenbauens an sich zu reißen …

Auch dieses Jahr werden mehr als 400 Millionen Kinder und Erwachsene sich mit Lego beschäftigen. Erwachsene versuchen, wie es für sie so üblich ist, Lego für sich nützlich zu machen. Sie bauen aus Lego-Steinen Autos, Raum-schiffe und Gebäude. Weltkonzerne wie Daimler, eBay, Vodafone und IKEA wiederum benutzen Lego in ihren Meetings, um neue Ideen und Modelle zu visualisieren.

Aber, seien wir ehrlich: Lego ist eigentlich für Kinder, und was die Lego-Welt in Kindern anregt, ist die Lust und die Freude am Schaffen, an der Möglichkeit, Neues zu erfinden und Ideen sofort umzusetzen und sagen zu können: „Es wird so sein, weil ich es so will!“

Von Sascha Maxim

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