Europa ist zum Spielball zweier Großmächte geworden: Im Osten droht Putin, unserer Sicherheitsordnung den Boden unter den Füßen wegzuziehen, im Westen entwickelt sich die Wahl Trumps zu einem Erdbeben, dass die Werte-Tektonik der Welt nachhaltig verschieben wird. Doch anstatt zu resignieren, zieht es immer mehr Menschen ins klassische Konzert. Warum? Weil sie es als einen Anker der Stabilität erleben.
Dabei ist die Musik mehr als ein bloßer Rückzugsort – sie ist Zeugnis gelebter Humanität. Wer sich die in den Noten unweigerlich mit eingeschlossenen Werte vergegenwärtigt – Freiheit, Würde und Gerechtigkeit –, erschließt sich zugleich eine nicht versiegende Quelle der Stärke: Beethoven und Brahms sind Väter eines bürgerlichen Urvertrauens, das all jene erwerben, die sich vom romantischen Repertoire berühren lassen.
100 Jahre Ehrenhof mit dem größten Planetarium der Welt – heute die »Tonhalle Düsseldorf«
2026 begehen wir übrigens ein besonderes Jubiläum: Wir feiern das 100-jährige Bestehen der Tonhalle, die 1926 im Rahmen der Ausstellung GeSoLei (Gesundheit, Soziale Fürsorge und Leibesübungen) erbaut wurde. Zu diesem Anlass bringen wir in jedem unserer Sternzeichen-Konzerte ein Werk aus jenem Jahr zur Aufführung – nicht nur seiner emotionalen Qualität wegen, sondern eben auch als Zeichen erinnernder Selbstvergewisserung. Darüber hinaus freue ich mich, im Menschenrechtskonzert die 2. Symphonie von Brahms für Sie dirigieren zu dürfen. Außerdem stehen für mich Mahlers 1. Symphonie, Beethovens »Eroica« und verschiedene Werke von Bartók auf dem Programm.
Natürlich wird auch mein junger Kollege Alpesh Chauhan wieder für Sie am Pult stehen: etwa mit der Manfred-Symphonie von Tschaikowsky – einem abgründig düsteren Vergnügen. Hell leuchtend dagegen wird es bei Bruckners 7. Symphonie, bei der er Sie auf die Suche nach dem Göttlichen mitnimmt, um höchstwahrscheinlich fündig zu werden. Zusätzliche Dirigenten-Power liefert der legendäre Christoph Eschenbach, der mit Paul Hindemiths »Harmonie der Welt« in die Sterne schaut. Asher Fisch dirigiert mit Brittens »War Requiem« ein Amalgam aus Trauer und neuer Hoffnung. Auch sonst erleben Sie in dieser Saison Momente reiner Schönheit, schließlich stehen nicht nur die Düsseldorfer Symphoniker auf der Bühne, sondern auch die hochkarätige Violinistin Isabelle Faust und unsere Artists in Residence: das Vision String Quartet.
Ein Abonnement ist mehr als ein Abo.
Die Werke der Romantiker beweisen: Das Schöne ist jederzeit möglich. Mehr noch: Jede dieser randvoll gefüllten Klang-Zeitkapseln ist ein Prisma, durch das wir uns das vergegenwärtigen, was sonst verloren ginge: die Werte, für die wir stehen und für die es sich zu kämpfen lohnt.
Ich freue mich auf eine erhebende Saison mit Ihnen.
Ihr Principal Conductor Adam Fischer
In Kürze veröffentlichen wir hier die Programme unsere Abonnementkonzerte der Saison 2025*26. 12 Symphoniekonzerte mit den Düsseldorfer Symphonikern, vier ausgesuchte Kammerkonzerte und fünf Abende in unserer Reihe "Comedy geht ins Konzert" mit Schafroth, Boning und Schröder.
Ab Mitte Mai startet dann der freie Verkauf unserer Abos und Sie können sich Ihren besten Platz bei uns sichern.